„Bosnien-Herzegowina - ein Teil Europas“

01.03.2009 Sonntag Kulturhaus Milbertshofen 18:00  Schleißheimer Straße 332  80809 München 

Ausgangssituation:

Die reiche Kultur und Historie Bosnien-Herzegowinas stellt mit seinen drei beheimateten Weltreligionen (Judentum,Christentum und der Islam) seinen besonderen Charakter heraus. Diese zwischenmenschlichen Beziehungen, die nicht nur religiös, sondern auch kultureller Natur sind, haben schon über Jahrhunderte das Land besonders geprägt und ihm seinen spezifischen Charakter verliehen, sei es in der Entwicklung der Politik, der Kultur oder der Ökonomie. Zurzeit des bosnischen Herrschers Kulin Ban (1180-1204) war Bosnien ein unabhängiger, und von seinen Nachbarn als solcher auch anerkannter Staat. Zu jener Zeit wollte man damals die bosnische Kirche zerstören, die sich mit Ihren Ansichten von der Römischen Kirche getrennt hatte. Diese christliche Richtung nannte sich damals „Bogumili“ (die, die sich liebevoll Gott zuwenden) und war drei Jahrhunderte lang die dominante Religion in Bosnien. Schon im 12. Jhdt wurde in Bosnien nach dem parlamentarischen Prinzip regiert. Mit der Krönung des Königs Tvrtka I. (1377) wird Bosnien eine Monarchie. Es beginnt das Zeitalter der „Kotromanici“. Die Periode der osmanischen Herrschaft Im 15. Jhdt betreten die Osmanen den Balkan und damit Bosnien. Im Jahre 1463 fällt Bosnien unter türkischer Herrschaft und Sultan Fatih beendet damit die Herrschaft der „Kotromanen“. Dieses Zeitalter brachte große Veränderungen nach Bosnien: Es wurden viele öffentliche soziale Einrichtungen erbaut und es begann eine kulturelle, architektonische und wirtschaftliche Prosperität.


Die Periode der österreichisch-ungarischen Herrschaft: Mit dem Berliner Kongress (1878) fällt Bosnien unter österreichisch-ungarischer Herrschaft. Sie installieren Ihre Herrschaft in Bosnien und verleibten dieses Land mit dem Status „Corpus seperatum“ ein. Bosnien wird damit Teil des Österreichisch-Ungarischen Landes und der königlichen Herrschaft. Im Jahre 1910 wird in Bosnien ein Parlament ins Leben gerufen, welches alle 3 Teile vereint und diese vertritt. Auch diese Herrschaft bringt viele kulturelle und wirtschaftliche Veränderungen.

Der Zweite Weltkrieg

Mit dem Zweiten Weltkrieg bildet sich in Bosnien eine sehr starke antifaschistische Bewegung. International wurden damals die Grenzen von Bosnien- und Herzegowina anerkannt. In der jugoslawischen Föderation wurde Bosnien als einzigster Staat, aufgrund seiner Geschichte, als separater Bundesstaat anerkannt. Bosniens Souveränität. Als nach den Wahlen im Jahre 1990 das ehemalige Jugoslawien zu zerfallen begann und die ganze Situation auf dem Balkan immer unerträglicher wurde, entschied sich das bosnische Volk in einem Referendum vom 28.2.-1.3.1992 für seine Unabhängigkeit von Jugoslawien. Die Vereinten Nationen anerkannten diesen Schritt und damit Bosnien- und Herzegowina als eigenen und unabhängigen Staat. (UNResolution Nr. 755).


Projektintention:

Diese internationale kulturgeschichtliche Veranstaltung soll dazu beitragen, dass sich auf einer kultureller und historischer-wissenschaftlicher Ebene ein fruchtbarer Dialog und Ideenaustausch entwickelt, der zu einem besseren Zukunftsweg Bosniens und der ganzen EU Region führt und ein gegenseitiges Kennenlernen fördert - vor allem zwischen Bayern und Bosnien.

Umsetzung: Bei der Zentralveranstaltung am Sonntag (01.03.2009) um 18 Uhr im Kulturhaus Milbertshofen ist im Mittelpunkt die Darstellung der Ähnlichkeiten zwischenmenschlicher Kulturen aller Europäischer Völker - insbesondere der Verwandschaft der deutschen mit der bosnischen Kulturgeschichte - von Prof. Dr. Enver Imamovic und Prof. des. Carl Bethke. Begleitend findet auch eine Exponatenausstellung des Nationalmuseums Bosnien und Herzegowina statt. Wir möchten an diesem Abend die Kultur und Geschichte Bosnien-Herzegowinas vor dem Hintergrund der Historie und Kultur Europas darstellen. Vor allem die Rolle Bosniens in Europa und für Europa möchten wir hervorheben. Denn Bosnien hat einen besonderen Teil für die Entwicklung Europas (und insbesondere für die deutschsprachigen Länder Deutschland und Österreich) beigetragen. Geschmückt wird der Abend mit Lesungen und Rezitationen. Schließlich zeigen wir den erfrischenden Werbefilm „Enjoy Bosnia and Herzegovina“ (10min).

Folgende Referenten und Gäste sind bei der Veranstaltung geplant:

Prof.Dr.Muhamed Filipovic (Akademiker und eins der wichtigsten Historiker in Bosnien), Dr. des. Carl Bethke (Mitarbeiter am Institut für Ost- und Südosteuropäische Geschichte, Universität Leipzig), Prof.Dr.habil. Rupert Gebhard (Stellver. Direktor Archäologische Staatssammlung München), Dr. Adnan Busuladzic (Generaldirektor des Nationalen Museums Bosnien- und Herzegowinas), Herrn Oliver Belik (Münchner SPD Stadtrat), Prof. Dr. Enver Imamovic (Prof. für Philosophie und Geschichte, Universität Sarajewo, Bosnien und Herzegowina), Dr.Stefan Jakob Wimmer (Ph.D.Hebr.Universität Jerusalem), Herrn Tomislav Limov (Bosnischer Botschafter aus Berlin), Herrn Cumali Naz (Vorsitzender des Ausländerbeirats München), Frau Doris Henning (studiert Kunst und Literatur in Augsburg), Herrn Denis Omerovic (Klassische Gitarre).

Vortrag Dr.Wimmer

Vortrag Akademiker Muhamed Filipovic

Vortrag Dr.Bethke