„Identität und Persönlichkeitsentwicklung“

17.10.2015 Samstag Kulturhaus Milbertshofen 19:00  Curt Mezger Platz 1,  80809 München 

Die europäischen Gesellschaften werden durch den demografischen Wandel immer vielfältiger. Aus dem Grund ist man im öffentlichen Diskurs bemüht, diese Herausforderung als Chance zu ergreifen, bzw. ihre Potentiale zu entdecken und auszunutzen. Mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung verwendet laut Unesco täglich mehr als eine Sprache. Genauso verwenden viele deutsche Bürgerinnen und Bürger (insbesondere mit Migrationshintergrund) mehrere Sprachen. Die meisten anderen Sprachen sind Türkisch, gefolgt von Bosnisch, Kroatisch und Serbisch. Diese Mehrsprachigkeit stellt aber immer noch einen eher unentdeckten individuellen und gesellschaftlichen Reichtum dar.

Die Sprachexperten meinen, dass durch die Mehrsprachigkeit die Lernfähigkeit und die schulischen Leistungen der Kinder gefördert werden. Im Bezug auf die Muttersprache sagt der Sprachwissenschaftler Mag. Dr. Hannes Scheutz von der Universität Salzburg: „nur wer seine Muttersprache beherrscht, kann leicht und schnell Deutsch lernen“. Die Muttersprache, Religion sowie Nationalitätszugehörigkeit haben natürlich auch reichlich mit der Identität und der Persönlichkeitsentwicklung zu tun, denn die Distanz zur eigenen kulturellen und sprachlichen Herkunft führt oft zu Identitätskrisen und Desorientierung, die wiederum, laut Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer von der Universität Bielefeld, eine der Hauptursachen für die Entstehung der Gewalt ist. Trotz alldem, wird die Muttersprache oft durch den Druck von außen verdrängt und die Mehrsprachigkeit selten als enormes kreatives Potential, sowie als soziales und kulturelles Kapital wahrgenommen. Mit dem Ansatz, dass sich vorerst die Gesellschaft zu ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt bekennen muss, damit sich alle Bürgerinnen und Bürger mit ihr identifizieren und die sozialen Ressourcen ausgeschöpft werden können, entschied sich das Zentrum der zeitgemäßen Initiativen – ZZI-Germany e.V. ein Projekt zum Thema Identität, Kultur und Religion zu verwirklichen.

Eines der Hauptziele des Projektes ist die Sensibilisierung für die Wichtigkeit der Muttersprache in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung, Identität und das Erlernen der Zweitsprache. Darüber hinaus wird durch einen Diskussionsabend versucht die kreativen, sozialen und kulturelle Vorteile durch die Persönlichkeitsenwicklung darzustellen.

Folgende Referenten und Gäste werden für das Projekt angesprochen: Haris Bazdarevic (bosnischer Konsul in München), hfz. Sulejman Bugari (Theologe und Soziologe), Mag. Mustafa Selimpasic (Pädagoge und Politologe) und Damir Saracevic (Soziologe und Obman vom ZZI-Österreich).

Das Projekt „Identität und Persönlichkeitsentwicklung“ hat sich im Großen und Ganzen  als Aufgabe genommen, mit fachtheoretischen Ansätzen und konkreten Alltagsbeispielen zum Thema Vielfalt beizutragen, bzw. die interkulturellen Kompetenzen zu erhöhen und die Kultur des Zusammenlebens zu fördern.


Eintritt 10€.